Wenn die Schulter plötzlich streikt!

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Bei Kletterern und Bouldern ist der Schulterbereich besonders verletzungsgefährdet. Und es muss gar nicht der spektakuläre Bruch nach einem Sturz oder die ausgerenkte Schulter sein. Viele Kletterer schenken den Symptomen von Schulterverletzungen viel zu spät Aufmerksamkeit. Schlimmstenfalls sind chronische Erkrankungen mit langen Ausheilzeiten die Folge.

Neben Fingern und Armen kommt es vor allem auf die Schultern an – sie tragen beim Klettern einen großen Teil des Körpergewichts. Bei andauernder Belastung reagiert der Körper entsprechend und bildet größere und leistungsfähigere Muskeln. Aber die Muskeln der Rotatorenmanschette allein können nicht jede Belastung ausgleichen. Und im Vergleich mit anderen Gelenken verfügt das Schultergelenk über einen recht fragilen Knochen- und Sehnenapparat.

So dynamisch ein gut ausgeführter Dyno auch aussehen mag – für die Schulter stellt er enormen Stress dar. Die kurzzeitige Verlagerung des Gewichts auf einen Arm und die entsprechende Schulter bedeutet eine starke Belastung der Sehnen und des Gelenks. Tritt diese Belastung zu häufig auf, ist Gewebeermüdung die Folge. Häufiges Symptome sind Dehnungen oder Zerrungen der Muskeln oder Sehnen in der Rotatorenmanschette der Was der Kletterer recht schnell spürt (und zu oft ignoriert), sind die damit einhergehenden Beschwerden. Bleibt die Verletzung aber zu lange unbehandelt, entsteht hieraus bei fortgeführter Belastung recht bald die Gefahr einer Ruptur plus Schulterluxation. Bei dieser tritt die Gelenkkugel des Oberarms teilweise aus der Gelenkpfanne, weil sie nicht mehr stabilisiert werden kann. Schlimmstenfalls kann es auch ganz ohne Sturz zu einem vollständigen Auskugeln des Gelenks kommen und muss fachärztlich behandelt werden.

Das zweite große Problem für die Schultern von Kletterern entsteht durch die Belastung der Muskeln. Durch die häufige Über-Kopf-Haltung der Arme entsteht, ähnlich wie bei Volleyball und Tennis, ein Impingement, eine Einklemmung zwischen Oberarmkopf und Schulterdach. Hierbei werden durch den unregelmäßig ausgebildeten Muskel Teile des Schulteraufbaus verschoben. Betroffen ist zumeist die Sehne des Supraspinatus-Muskels und der Schleimbeutel, der sie mit Schmierung versorgt. Werden diese zu stark gegen den Knochen verdrängt, sind teils schwere Entzündungen die Folge.

Bei Schulterschmerzen sollte umgehend ein spezialisierter Arzt oder Sportmediziner konsultiert werden. Die beste Vorsorge gegen diese Verletzungen ist ein ausgeglichenes Training. Hierbei gilt es, die Teile der Muskulatur in Schultern, Schulterblatt und an der Wirbelsäule zu stärken, die vom Klettern nicht ausreichend beansprucht werden.

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